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Flaschenpost nach irgendwo von Schirin Homeier und Andreas Schrappe
Das Kinderbuch „Flaschenpost nach irgendwo“ von Schirin Homeier und Andreas Schrappe zeigt eindrücklich, was ein alkoholkranker Elternteil für Kinder bedeuten kann. Besonders gelungen ist es, die Problematik kindgerecht darzustellen. Damit füllt das Buch eine Lücke in der Literatur zum Thema Alkoholabhängigkeit.
Das Buch besteht aus drei Teilen: Der erste Teil ist eine Bilderserie für Kinder, die schildert, wie eine Familie nach und nach durch die Sucht des Vaters in Schwierigkeiten gerät und wie sie sich daraus befreit. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Mutter, die den Vater anfangs deckt und sich schließlich von ihm trennt. Bei dem zweiten Teil handelt es sich um einen Ratgeber für Kinder, der in einfacher Sprache gehalten ist. Dabei kommen auch die Gefühle der Kinder zur Sprache, die auf der einen Seite den erkrankten Elternteil vermissen, auf der anderen Seite aber oft enttäuscht von ihm sind. Selbst Angstgefühle gegenüber dem kranken Elternteil sind keine Seltenheit. Teil drei, ebenfalls ein Ratgeber, wendet sich an Eltern und Bezugspersonen, die dem Kind eventuell helfen können. Wichtig ist vor allem, dass die Kinder jemanden finden, mit dem sie über ihre Probleme reden können. Sonst besteht die Gefahr, dass sie selbst später alkoholabhängig werden. Es gibt aber auch Kinder, die weniger gefährdet sind. Sie zeichnen verschiedene Merkmale aus:
 Sie begreifen ihre schwierigen Lebensumstände als Herausforderung und sehen klar, dass nicht sie selbst, sondern die elterliche Sucht und andere Umweltbedingungen für die Belastungen verantwortlich sind.
 Sie verfügen über Humor als Instrument der Selbstdistanzierung und Erleichterung und über ein eigenständiges, tragfähiges Wertesystem.
 Sie nutzen ihre Talente effektiv, zeigen Kreativität und Initiative.
 Sie haben ein spezielles Hobby, das sie zusammen mit Freunden ausüben, und nehmen an Gemeinschaftsaktivitäten wie Schülerbands und Theatergruppen teil.
 Sie haben mindestens eine nahe Freundin / einen nahen Freund und können in Krisenzeiten auf eine informelles Netzwerk von Nachbarn, Gleichaltrigen und Älteren zurückgreifen.
 Sie richten sich die Schule als einen Bereich ein, in dem sie sich wohl und akzeptiert fühlen.


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