IBM plant fast 1.000 Kündigungen in Deutschland

IBM plant fast 1.000 Kündigungen in Deutschland

 

Nach Informationen der Gewerkschaft Ver.di plant IBM Deutschland, rund 1.000 Arbeitsplätze abzubauen und den betroffenen Mitarbeitern die Kündigung auszusprechen. Das teilte die Gewerkschaft Ver.di mit. Bereits am Abend des 18. Januar wurden die Aufsichtsratsgremien des Computerkonzerns entsprechend informiert.

Am darauf folgenden Tag kam es auch zur Information der zuständigen Betriebsratsgremien. Begründet wurden die geplanten Entlassungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Seiten des Unternehmens mit dem notwendigen Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit von IBM am Markt und einer Neuausrichtung der gesamten Organisation.

Brancheninsider hatten diese Entwicklung bereit seit längerem befürchtet. Dies vor allem unter dem Aspekt, dass IBM bereits im Herbst letzten Jahres bekannt gab, dass im Zusammenhang mit der Abspaltung von Newco allein in deutschen Unternehmensbereichen rund 2.300 der bis dato gut 12.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollten. Etwa die Hälfte aller betroffenen Mitarbeiter hat laut Ver.di -Informationen bereits ein Aufhebungsangebot des Konzerns erhalten.

Gewerkschaft kritisiert Entlassungspläne hart

Die neuerliche Ankündigung von Entlassungen stößt bei Ver.di auf harte Kritik. Die Gewerkschaft forderte den Konzern auf, die Kündigungspläne fallen zu lassen. Gleichzeitig versichert Ver.di seinen Mitgliedern, sich für eine optimale Vertretung der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in kommenden Kündigungsschutzprozessen zu engagieren. Bereits jetzt plant die Gewerkschaft umfangreiche Informationsveranstaltungen für die von Kündigung betroffenen IBM-Mitarbeiter und hat auch umfangreiche Protestaktionen nicht ausgeschlossen.Die Betriebsräte von IBM in Deutschland appellieren derzeit nachdrücklich an die Konzernleitung, die Entlassungspläne zu überdenken. Gerade in diesen Zeiten, in denen das Leben der Menschen durch eine Pandemie beherrscht werde, würden Kündigungen ein Klima der Angst erzeugen, heißt es hierzu. Gerade die hoch qualifizierten Mitarbeiter von IBM Deutschland bewiesen auch unter den schwierigen momentanen Bedingungen täglich ihr hohes Engagement – gerade deshalb müsse es möglich sein, den Umbau des Unternehmens auch ohne massiven Stellenabbau zu gestalten – so die Forderung der Gewerkschafter und Belegschaftsvertreter.

Massiver Stellenabbau in ganz Europa

Der jetzt angekündigte Stellenabbau in Deutschland ist wohl nur ein Teil der für ganz Europa angekündigten Entlassungen beim Computerspezialisten IBM. Insgesamt sollen im Rahmen von Massenentlassungen in etwa 10.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Dies würde einem Fünftel der Mitarbeiterschaft des Unternehmens entsprechen.In Frankreich ist laut Medienberichten von über 1.250 Jobs die Rede, in Großbritannien und Irland sollen 2.000 Stellen betroffen sein. Auch Osteuropa bleibt vom Stellenabbau nicht verschont. Während in Ungarn rund 300 Mitarbeiter vor ihrer Entlassung stehen, sollen es in Polen rund 2000 Stellen sein, die IBM streichen will.

Auch unser Nachbarland Österreich scheint in den Strudel der Entlassungswelle zu geraten. Wie dortige Medien berichten, stehen von den 750 Stellen bei IBM Österreich derzeit wohl 200 auf der internen IBM-Streichliste.

Die von IBM angekündigten Entlassungen in Deutschland stehen nicht zum ersten Mal auf der Tagesordnung des Computerkonzerns. Schon in den Jahren 2005, 2015, 2016 und 2020 gab es Kündigungen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen.

Dass auch das Jahr 2020 einen weiteren wahrscheinlich massiven Personalabbau mit sich bringen würde, darüber spekulierten Brancheninsider bereits Ende letzten Jahres. Schon damals wurden die Entlassungspläne mit den Plänen hinsichtlich einer Umstrukturierung im Konzern in Verbindung gebracht. IBM plant demnach, sein Geschäft mit Infrastrukturservices in ein eigenes Unternehmen auszugliedern und sich verstärkt auf den Ausbau des Bereiches der Cloud-Dienste zu konzentrieren.

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